DIE BEDEUTUNG DES WEINBAUS

Das Land Portugal mit den Inselgruppen Madeira und den Azoren hat mit ca. 91.000 Quadratkilometern Grundfläche etwa ein Viertel der Grundfläche Deutschlands.

Die Rebfläche Portugals aber beträgt mit ca. 260.000 Hektar das Zweieinhalbfache der deutschen Rebfläche. Dieses kleine Zahlenspiel dokumentiert in eindrucksvoller Weise die Bedeutung des Weinbaus für Portugal und die portugiesische Bevölkerung. Obwohl in Portugal wie in zahlreichen klassischen Weinbauländern eine rückläufige Tendenz des Pro-KopfVerbrauchs von Wein aufgezeigt wird, bleibt die Bedeutung des Weinbaus für viele Bereiche des alltäglichen und des gesellschaftlichen Lebens bestehen, da gleichzeitig eine Tendenz zum Verbrauch und Export von hochwertigem Qualitätswein zu verzeichnen ist.

Das Herz aller Portugiesen schlägt für ihren Wein, egal ob für die jungen, frischen, reduktiv-modernen oder die gereiften, mehr traditionell ausgerichteten Weintypen. Zwischen diesen Polen gibt es eine unendliche Zahl verschiedener Geschmacksrichtungen und qualitativer Abstufungen, die durch die unterschiedlichen Möglichkeiten von Gebietsherkunft, Rebsorte und die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Weinmacher geprägt sind. 

Der gesellschaftliche Wandel der vergangenen Jahrzehnte hat auch in Portugal zu einer zunehmenden Ballung der jüngeren und konsumfreudigen Bevölkerung in den großen Städten geführt. Der dort international geprägte Lebensstil findet seinen kulinarischen Ausdruck mehr und mehr in den weltweit bevorzugten Stilrichtungen von Wein und Speise.

Die traditionelle portugiesische Sensorik wird um Varianten erweitert, die einem global erfahrenen und praktizierten Lebensstil zuzuordnen sind. Das traditionelle Rebsortenspektrum wurde um die weltweit bekannten Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Chardonnay erweitert, ohne aber die traditionellen Rebsorten zu vernachlässigen. Man kann noch heute davon ausgehen, dass in Portugal rund 250 autochthone Rebsorten in der Weinerzeugung verwendet werden. Eine Vielfalt, die sich im Charakter der Weine wiederfindet und Portugal im Vergleich zu anderen Weinbauländem eine absolute Sonderstellung gibt.

Portugal ist mit einer Fläche von rund 92.000 Quadratkilometern nur wenig größer als Österreich. Der Weinbau hat hier eine über zweitausendjährige Geschichte. Lange bevor die Römer im südwestlichsten Teil ihres Imperiums die Provinz Lusitania gründeten, hat ten die Phönizier aus Nordafrika und dem vorderen Orient ihre Kenntnisse der Weinerzeugung ins Land gebracht.

So sind zum Beispiel im Alentejo, der zwischen Lissabon und Nordalgarve gelegenen größten - und mit 3.000 Sonnenstunden pro Jahr wärmsten - Provinz Portugals, noch heute uralte Methoden der Weinbereitung aus der Römerzeit lebendig,
wie die Gärung in riesigen Ton-Amphoren, den talhas.

Bereits 1756 wurde in Portugal auf Initiative des damaligen Premierministers Marques de Pombal mit der Gründung einer Portweingesellschaft im Douro-Tal das erste definierte Qualitätsweinbaugebiet der Welt festgelegt. Bis heute bietet das Weinbauland eine beispiellose Vielfalt von Weinlandschaften, Rebsorten und Weinen. In Portugal gibt es derzeit 40 definierte Qualitätsweinregionen, die sogenannten VQPRD-Regionen ("Vinhos de Qualidade Produzidos ein Regiäo
Determinada"). 15 davon sind höher eingestuft und tragen die Bezeichnung "Denominadöo de Origern Controlada" (DOC), die ungefähr der französischen Klassifikation "Appellation d'Origine Contrölee" entspricht. Die wichtigsten sind: Vinho Verde, Douro, Bairrada, Däo, Setübal, Alentejo und Madeira.

ihrer Qualitätsphilosophie unter Beweis zu stellen. Nach fünf Jahren kontinuierlicher Qualitäts entwicklung Lind entsprechender Erfolge am Markt, kann den IPR-Regionen der DOC-Status verliehen werden.

Seit alters her haben sich in Portugal Natur und Mensch bei der Weinerzeugung wundervoll ergänzt und einen unvergleichlichen Reichtum geschaffen: Über 500 einheimische Rebsorten, von Alvarinho bis Trincadeira, von Baga bis Touriga Nacional lassen in den einzelnen Regionen im Zusammenspiel von klimatischen Bedingungen Lind Beschaffenheit der Böden Weine gedeihen, deren Typen- und Geschmacks
vielfalt in kaum einem anderen Anbauland der Welt zu finden sein dürfte.


Dies ist jedoch nicht der einzige Weltrekord, den das Weinparadies Portugal hält: Mit fast 400.000 Hektar Rebfläche sind rund 4 Prozent des Landes ausschließlich dem Weinbau gewidmet, ein höherer Anteil als in jedem anderen Land der Erde. Nicht zuletzt spricht daraus die tiefe Leidenschaft der Portugiesen fürihren Wein und zwar in jedem Augenblick,den sie ihn von der Rebe bis zur Flasche inunendlicher Geduld und Sorgfalt liebevollbegleiten. Die Früchte dieser einzigartigenWeinkultur lassen das Herz eines jeden Weinliebhabers höher schlagen: Von deneinmalig leichten, jugendlich-frischen Weiß weinen aus der Vinho-Verde-Region oder denfeinfruchtigen Rose-Spezialitäten über die charaktervoll körperreichen Rotweine des Däo
und Douro bis hin zu den großen Aperitif und Desscrtweinen Port, Moscatel de Setübal und Madeira Traditionsbewußtsein und Dynamik: Das Spektrum an erstklassigen Weinen, mit dem Portugal aufwarten kann, wartet darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Sie werden sehen: Es lohnt sich.

DOC: Denominaçäo de Origem Controlada stellt die höchste Stufe der portugiesischen Qualitätsweine dar, entsprechend der französischen AOC-Regelung. Derzeit verfügen 15 Regionen über das DOC-Siegel. IPR: Indicagäo de Proveniencia Regulamentada ist die neu eingeführte zweite Stufe der portugiesischen Qualitätsweine, entsprechend der französischen VDQS-Regelung. Derzeit existieren 25 IPR-Regionen. Am gebräuchlichsten auf Etiketten ist aber die Bezeichnung VQPRD (Vinhos de Qualidade Produzidos ein Regiäo Determinada), die für beide Stufen als allgemeine Bezeichnung für Qualitätsweine verwendet wird.

Die zum Teil erst in jüngster Zeit fest gelegten DOC-Gebiete stellen die höchste Qualitätsstufe für portugiesische Weine dar. Innerhalb dieser Appellationen unterliegt die Weiner zeugung präzisen Kontrollen, die den Werdegang des Weines vom Rebstock bis zum Konsumenten begleiten und dokumentieren. Den unterschiedlichen Voraussetzungen von Terroir und Klima wird mit strengen Vorschriften hinsichtlich empfohlener und zugelassener Rebsorten Rechnung getragen. Ertragshöchstgrenzen, Ausbaumethoden und Lagerzeiten sind ebenfalls auf die jeweiligen Gegebenheiten abgestimmt und werden von den regionalen Weinkommissionen regelmäßig
überprüft. Die Echtheit der Weine hinsichtlich ihres Ursprungs sowie ihre kontrollierte Qualität wird Flasche für Flasche mit einer DOC-Banderole garantiert.

Insgesamt 25 IPR-Regionen (indicapäo de Proveniencia Regulamentada) bilden eine weitere Stufe geografisch festgelegter Qualitätsweingebiete. Diese 1991 neu eingeführte Bezeichnung, vergleichbar mit der französischen VDQS-Regelung, steht wie keine andere Kategorie für die Aufbruchstimmung des Weinlandes Portugal. Für etliche Anbaugebiete gilt dieser Status nur vorübergehend - als Ansporn für aufstrebende Regionen und kreative Winzer, ihre Fähigkeiten und nicht zuletzt die Nachhaltigkeit.

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